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WLV-Werfercup - Vorschau

Uwe Martin / 10. Mai 2017

DLV-Diskuswerfer läuten in Wiesbaden die WM-Saison ein

Zum Saisonstart geht es für einige der starken deutschen Diskuswerfer am Samstag, 13. Mai, traditionell nach Wiesbaden. Anna Rüh und Martin Wierig sind gerade zurück aus dem Trainingslager in Zypern und gespannt, wie weit der Diskus beim ersten Wettkampf und der ersten Chance, die WM-Norm für London zu erfüllen, fliegt. Internationaler Gaststar beim 22. Werfercup des Wiesbadener LV ist der mittlerweile 38-jährige Este Gerd Kanter.

Einen Tag volles Wurfprogramm bietet der Cup in Wiesbaden. Viele, wenn auch nicht wie in den vergangenen Jahren fast alle DLV-Top-Diskuswerfer reisen zum Saisonauftakt in die hessische Landeshauptstadt. Was daran liegt, dass dieses Mal parallel das Diamond League-Meeting in Shanghai (China/13. Mai) stattfindet. Dort wollte die Familie Harting eigentlich zu dritt starten. Nach dem Infekt von Robert Harting sind jedoch nur dessen Frau Julia und Bruder Christoph (alle SCC Berlin) unter den Teilnehmern, genauso wie der Olympiadritte Daniel Jasinski (TV Wattenscheid) und die WM-Dritte Nadine Müller (SV Halle).

In Wiesbaden führt aus deutscher Sicht Martin Wierig (SC Magdeburg) das Feld an. Der WM-Vierte von 2013 ist gerade aus dem Trainingslager in Zypern zurückgekehrt und bilanzierte über seinen jüngsten Vorbereitungsverlauf auf Facebook: „Das Training war anstrengend und auch leider mit ein paar Wehwehchen versehen, aber der Plan für die ersten Wettkämpfe steht. Ich bin gespannt, wie weit es gehen kann.“ 2016 siegte er in Wiesbaden mit starken 67,60 Metern vor Daniel Jasinski (67,16).

Die WM-Norm für London (Großbritannien/4. bis 13. August) steht bei stattlichen 65 Metern. Dieses Saisonziel werden auch die weiteren B-Kader-Athleten Markus Münch (SC Potsdam) und David Wrobel (SC Magdeburg) haben. Für starke internationale Konkurrenz auf der Segelwiese ist gesorgt. Der 38 Jahre alte Diskus-Olympiasieger von 2008, Gerd Kanter aus Estland, hat seine Startzusage gegeben. Hinzu kommen aus Australien der U18-Weltmeister von 2013, Matthew Denny, Benn Harradine sowie der Schwede Simon Pettersson.

Bei den Frauen liegt die WM-Norm bei 61,20 Metern. Schon übertroffen hat diese Weite Claudine Vita (SB: 62,60/PB: 62,77 m) vor eineinhalb Wochen an ihrem Trainingsort Neubrandenburg – allerdings nicht in einem Nominierungs-Wettkampf. Die Hallen-EM-Fünfte im Kugelstoßen will dieses Resultat nun in Wiesbaden wiederholen und sich so für London empfehlen. Und noch mehr: Die 20-Jährige strebt eine Bestleistung an. „Sollten die Bedingungen gut sein, sollte das auf jeden Fall machbar sein. Die Form ist da, ich fühle mich gut und bin relativ verletzungsfrei durch die letzten Trainingswochen gekommen“, sagt die U20-Europameisterin.

Großes Potenzial bringt die U23-Vize-Europameisterin Anna Rüh (SC Magdeburg) mit. Nach der verpassten Olympiateilnahme will die Ex-Neubrandenburgerin diesmal einen der drei heiß umkämpften internationalen Startplätze. Auch sie ist mit der Magdeburger Trainingsgruppe von Armin Lemme frisch aus dem Zypern-Camp zurück. Mit Kristin Pudenz (SC Potsdam) ist eine weitere 60-Meter-Werferin und WM-Norm-Kandidatin gemeldet.

In den U23-Wettbewerben können sich die Junioren für die U23-EM in Bydgoszcz (Polen/13. bis 16. Juli) ins Gespräch bringen. Die mit internationalen Nachwuchsmedaillen dekorierten Brüder Henning und Clemens Prüfer (SC Potsdam) kommen dafür zum Beispiel in Frage. Für die U20-EM in Grosseto (Italien/20. bis 23. Juli) ist aus dem Bereich Diskus der starke Magdeburger Henrik Janssen zu beachten.

Bei den Diskus-Mädels könnte Julia Ritter (TV Wattenscheid), die als U18-Weltmeisterin auch den Kugelstoß-Ring betritt, den Weg nach Grosseto einschlagen. Wurftalent Selina Dantzler (LG Stadtwerke München) möchte ihre beiden Normen (Kugel und Diskus) für die U18-WM in Nairobi (Kenia/12. bis 16. Juli) nochmal bestätigen. Das Kugelstoßen der Frauen ist mit der Hallen-WM-Siebten Lena Urbaniak (LG Filstal) und Hallen-EM-Teilnehmerin und U23-EM-Kandidatin Alina Kenzel (VfL Waiblingen) stark besetzt.

 

 

Quelle: leichathletik.de/Pamela Ruprecht

 

 

Wieder in Wiesbaden am Start: Anna Rüh (Foto: Christiane Mader)

 

 AnnaRüh

 

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